Rollenspiele sind eine anerkannte Methode, die Kommunikationskompetenz der Schüler zu verbessern und so optimal auf Beruf- und Privatleben vorzubereiten. Doch wie bekommt man die Schüler dazu, vor der gesamten Klasse und den Lehrern in eine Rolle zu schlüpfen und sich dabei auch noch wohl zu fühlen?
Antworten auf diese Frage und viele praktische Einsichten erwarben einige Deutschlehrerinnen des Barbara-von-Sell-Berufskollegs bei einem Workshop mit Theaterpädagogin Gabriele Westphal.
„So, jetzt machen wir mal ein Rollenspiel, ist natürlich der falsche Einstieg.“, sagt Westphal. Behutsam heranführen und spielerisch lenken, lautet ihre Devise. Mit körperlichen Lockerungsübungen zu Musik, Wortspielen und pantomimischen Übungen müssten die Schüler zunächst darauf vorbereitet werden, angstfrei vor ihren Mitschülern zu agieren. Vor einer Menge Menschen zu stehen, sei eben etwas völlig anderes für Schüler als für Lehrer. Viele Rollenwechsel vollzogen auch die Teilnehmerinnen des Workshops, die eben nicht in der gewohnten Lehrerrolle auftraten, sondern ungewohnt wirkende Spielsituationen zu meistern hatten.
Westphal empfiehlt mit klaren Aufgaben und Rollendefinitionen zu arbeiten. Um den Schülern die Angst vor dem Auftritt zu nehmen und ihnen die Verantwortung für ihr Tun abzunehmen, sollte der moderierende Lehrer jederzeit Hilfestellungen anbieten und sprachliche Lücken wie ein Souffleur überbrücken helfen. „Anfangs fühlen sich die meisten beim Vorspielen komisch, aber irgendwann werden sie es genießen“, weiß Westphal.
Von B. Schröder (3/06) |